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Anfang 1990 hatte sich die Elterninitiative „Für unsere Kinder“ gegründet. Später entstand daraus der Kinderverein „OTTOKAR“ e.V.

Mütter und Väter kompensierten mit viel Engagement durch unterschiedlichste ehrenamtliche Angebote die durch die Ereignisse der Wende weggefallenen Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Da wurde in Privatwohnungen gebastelt und gespielt, wurden Ausflüge organisiert, gemeinsam gekocht und gebacken und in den Herbstferien das erste Mal ins Ferienlager gefahren.

Es war eine Zeit des Auf- und Umbruchs, alles war möglich. Immer mehr Mädchen und Jungen beteiligten sich an den durch Aushänge in den Wohnhäusern bekannt gemachten Unternehmungen.  Waren es beim ersten Treffen im März 1990 30 Kinder und im Oktober 90, die mit uns nach Weißwasser ins Ferienlager fuhren, so hatten wir im Februar 1991 bereits 140 Kinder, die sich an unseren Unternehmungen beteiligten.

Wie man sich sicher vorstellen kann, war das in den Wohnungen einfach nicht mehr möglich. Wir fanden im Haus am Köllnischen Park bei der Geschäftsführung hilfreiche Unterstützung. Man stellte uns kostenlos Räume zur Verfügung, die wir regelmäßig nutzen konnten. Dafür übernahmen die Mitglieder der Initiative zu Veranstaltungen des  Hauses am Köllnischen Park die Kinderbetreuung.   

Aber inzwischen waren Andrang und Nachfrage nach unseren Freizeitangeboten so groß, dass wir ein stabiles und stetiges Angebot schaffen wollten. Ein Konzept für eine Freizeiteinrichtung wurde erarbeitet und da die Elterninitiative ohne Anerkennung als Verein keine Förderung erhalten hätte, wurden bei der KINDERVEREINIGUNG e.V. Partner gefunden, die unsere Idee unterstützten. Aus der Initiative „Für unsere Kinder“ wurde der Kinderverein „OTTOKAR“ e.V. gegründet.

Am  1. September 1991 öffnete das Kinderzentrum „Ottokar“, gefördert durch das Arbeitsamt, zum ersten Mal seine Türen im Haus am Köllnischen Park für die Mädchen und Jungen des Heinrich – Heine – Viertels mitten im Herzen unserer Stadt. Tägliche Öffnungszeiten von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr wurden durch 5 Mitarbeiter_innen realisiert. Vormittags konnten Mütter und Väter, die wichtige Termine und kranke Kinder zu Hause hatten, ihre Sprößlinge  gut betreut in Obhut geben, ab mittags wurden Hausaufgaben betreut, wurde gemeinsam gespielt und gebastelt, gekocht und gegessen, getanzt, Sport getrieben und viel gelacht.

Nach 2 Jahren wurden dann die Mittel gekürzt und aus 5 wurden 3 Mitarbeiterinnen, das Vormittagsangebot wurde gestrichen und das „Ottokar“ wurde so zum Treffpunkt vor allem der Grundschüler.

Mit dem Wechsel der Geschäftsführung im Haus am Köllnischen Park, endete 1995 die bis dahin vertrauensvolle Zusammenarbeit. Kinder passten nicht mehr ins Konzept des Hauses und wir machten uns auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten. Fündig wurden wir am Engeldamm 68. Im Hinterhof befanden sich die ehemaligen Laboratorien des in der Nachbarschaft befindlichen Krankenhauses Berlin-Mitte. Platz war vorhanden, nur keine für unsere Arbeit geeigneten Räume, kein Strom, keine Sanitäranlagen usw..

Und wieder waren es die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die in Eigenleistung eine gesamte Etage umbauten und nutzbar machten. Die Bauplanung des Architekten ergab eine Eigenleistung in Höhe von 125.000 DM. Auch der Umzug wurde in ehrenamtlicher Arbeit vollbracht.

Auch die Förderung durch das Arbeitsamt lief aus. Der inzwischen als Freier Träger der Jugendhilfe anerkannte Kinderverein beantragte beim Bezirksamt Berlin- Mitte eine Förderung nach § 11 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes, die bewilligt wurde.

Mit dem Jahr 1995 begann auch der ständige Überlebenskampf für das Kinderzentrum. Die Haushaltskasse des Bezirks war ständig leer, die Zuwendungen wurden gekürzt oder gestrichen und oft wussten wir nicht, ob es im nächsten Monat weiterhin Geld geben würde.

Gemeinsam mit unseren Kindern, den Eltern, den Vereinsmitgliedern  und Unterstützern des Vereines organisierten wir Proteste und Öffentlichkeit für unser Problem.

Die Mädchen und Jungen waren unermüdlich in ihrem Bemühen, „ihr Ottokar“ zu retten. Zum Beispiel organisierten wir gemeinsam eine Kampagne „Quadratmeterpaten gesucht“. Die Kinder informierten Presse, Rundfunk und Fernsehen und schafften es, für 200 Quadratmeter Mietpaten zu finden, die für zwei Jahre die monatliche Miete für „ihren Quadratmeter“ bezahlten und so die drohende Schließung abzuwenden.

Im Januar 2002 wurde dann das Gebäude Engeldamm 68 an Alteigentümer zurückgegeben und wieder stand ein Aus- und Umzug auf der Tagesordnung.

Unser neues Domizil befand sich in der Schmidstr. 13/15 in der ehemaligen Kita für gehörlose Kinder, die wir uns erst mit der Schulpsychologie und später mit dem John-Lennon-Gymnasium teilten. Erneut bewältigten die Mitglieder des Kindervereins „OTTOKAR“ e.V. und eine Vielzahl anderer Helfer und Helferinnen die notwendigen Renovierungs- und Umbauarbeiten und den Umzug in ehrenamtlicher Arbeit. Unsere räumlichen Bedingungen verbesserten sich deutlich. Hatten wir doch für die Kinder endlich auch einen großen Garten zur Verfügung. Allerdings war die Ausstattung des Projektes mit finanziellen Mitteln für Personal und Sachkosten aufgrund der schlechten Haushaltslage des Landes Berlin immer sehr prekär.

Nachdem alle anderen Nutzer des Gebäudes ausgezogen waren, mussten wir erneut umziehen. Das Gebäude war für unsere Zwecke zu groß.

Seit 2006 ist das Kinderzentrum nun in der Schmidstr. 8 in einer ehemaligen Kita zuhause. Dass Umzug und Renovierung wiederum in ehrenamtlicher Arbeit erfolgte, braucht man wahrscheinlich nicht extra betonen.

In den vergangenen 25 Jahren hat sich das Angebot teilweise genauso verändert wie die Mädchen und Jungen, die zu unseren Stammbesucher_innen zählen.

Aber eines hat sich nicht verändert. Das Kinderzentrum ist das ganze Jahr über (außer in den Weihnachtsferien) für die Mädchen und Jungen geöffnet. Es ist auch heute für viele Kinder ein zweites Zuhause, in dem sie sich wohlfühlen, Freunde treffen, spielen, basteln, Hausaufgaben machen und sehr gut betreut werden.

 

So arbeiten wir heute

  1. Die Grundlage der Arbeit unseres Kinderzentrums „Ottokar“ bildet das Kinder- und Jugendhilfegesetz, insbesondere der § 11, Absatz 1.

    Das Kinderzentrum ist ein Ort, an dem jedes Kind, jeder Jugendliche unabhängig vom Alter, Geschlecht, nationaler Herkunft oder konfessioneller Bindung seine persönlichen und sozialen Fähigkeiten entwickeln, entfalten und erproben kann.

    Den Kindern und Jugendlichen wird Raum gegeben für die Herstellung von Kontakten und die Verständigung mit Gleichaltrigen. Gleichzeitig ist das Kinderzentrum ein Ort der Begegnungen zwischen jungen Menschen und Erwachsenen. Emotionale Bezugspunkte entwickeln sich, es erfolgt die Auseinandersetzung um Werte und Einstellungen. Unterschiedliche Erfahrungsebenen treffen aufeinander und das Kinderzentrum dient u.a. der Vermittlung zwischen diesen.

    Die sozialpädagogische Arbeit ist gekennzeichnet durch Offenheit und Flexibilität der Angebote, durch Bedürfnis- und Gruppenorientierung und Partizipation. Sie trägt zur Herausbildung sozialer Kompetenz und Persönlichkeitsentwicklung bei.

    Die Angebote des Kinderzentrums sind niedrigschwellig, d.h. für jedes Kind, für jeden Jugendlichen ist ein einfacher Zugang ohne große Voraussetzungen und Vorleistungen möglich. Sie unterstützen eine positive individuelle und soziale Entwicklung und tragen präventiven Charakter.


  2. Unser Projekt der schulbezogenen Jugendsozialarbeit arbeitet auf Grundlage des § 13.1 SGB VIII in Verbindung mit § 14 AG KJHG an der Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Bereichen von Schule, Freizeitarbeit und Familie. Es zielt mit seiner Konzeption auf eine ganzheitliche und schulische Förderung der Kinder ab. Dieses Projekt vernetzt in seiner Arbeit die für die Kinder relevanten Sozialisations- und Hilfeinstanzen: Eltern, Schule und peer – group sowie Jugendamt. Im Vordergrund steht dabei die Beförderung einer sozialen Kompetenz bei allen Kindern und Jugendlichen und eine effektive Betreuung und Integration von Benachteiligten.

    Zu den methodischen Ansätzen dieser Arbeit zählen:
    • Konfliktlösungsangebote unter Zuhilfenahme spiel- und medienpädagogischer, kreativer rollenspielerischer Aspekte, von Bewegungs- und Sportangeboten und von Mediation
    • Geschlechtsspezifische Arbeit mit Ansätzen des Rollenspiels, Diskussionen, etc.
    • Beratungsangebote in Kooperation mit Fachspezialisten des Bezirkes
    • Themenbezogene Projekt- und Bildungsarbeit (nicht schulische Bildung)
    • Freizeitbezogene Projektarbeit; stadtteilbezogene Arbeit und Vernetzung – zur Öffnung der Schule zum Kiez
    • Am Einzelfall orientierte Arbeit

    Unser Ziel in der Schulsozialarbeit ist es, die Fähigkeit zum sozialen Lernen, zum Lernen in einer Gruppe zu stärken und damit die sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Mit einer reichhaltigen Palette von Angeboten arbeiten wir an der GutsMuths Grundschule an einem guten und gelungenen Schulbesuch für jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler genauso wie für alle Schülerinnen und Schüler zusammen.

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